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Kindergeld und Behinderung

Im Normalfall endet der Anspruch auf Kindergeld, sobald das Kind seinen 18. Geburtstag erreicht. Befindet sich das Kind jedoch in einer ersten Berufsausbildung oder einem Erststudium, wird das Kindergeld in dieser Zeit weiter gezahlt. Spätestens mit Vollendung des 25. Lebensjahres endet dieser Anspruch.


Ausnahme: Für ein Kind mit Behinderung können Eltern über das 18. Lebensjahr und auch über das 25. Lebensjahr hinaus und ohne altersgemäße Begrenzung Kindergeld erhalten, wenn das Kind wegen körperlicher, geistiger und/oder seelischer Behinderung nicht in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Wenn das Kind, trotz seiner bestehenden Behinderung, in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten, besteht kein Anspruch auf Kindergeld.

 

Was sind die Voraussetzungen?
  • Die Behinderung des Kindes muss vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten sein  
  • Es müssen eindeutige Nachweise über die vorliegende Behinderung des Kindes vorgelegt werden. Dies ist auch durch eine Bescheinigung oder ein Gutachten des behandelnden Arztes möglich. 
  • Die Behinderung muss die Ursache dafür sein, dass das Kind sich, auch über das 18. bzw. 25. Lebensjahr hinaus, nicht selbst unterhalten kann. 

Dies ist laut Bundeskindergeldgesetz gegeben, wenn das Einkommen des Kindes den Grundfreibetrag (nach §32a EStG) von 9.744 Euro (seit 01.01.2021) nicht überschreitet.
Zum Grundfreibetrag zählen lebensnotwendige Kosten (z.B. für Essen und Kleidung). Zusätzlich zum Grundfreibetrag kann ein behinderungsbedingter Mehrbedarf geltend gemacht werden. Dieser ist abhängig von der Art und Schwere der Behinderung und den gegebenen Lebensumständen des Kindes.

 

Wann ist eine Behinderung als Ursache anzunehmen?

Wenn der Grad der Behinderung 50 oder mehr beträgt und besondere Umstände vorliegen, aufgrund derer eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausgeschlossen erscheint.

  • Kind arbeitet in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung
  • Bezug von Grundsicherungsleistungen im Alter- und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII
  • Fortdauer einer Schul- und Berufsausbildung eines Kindes aufgrund seiner Behinderung über das 25. Lebensjahr hinaus
  • Merkzeichen „H“ (hilflos) im Schwerbehindertenausweis 
  • Bewilligung einer vollen Erwerbsminderungsrente oder Feststellung einer dauerhaften, vollen Erwerbsminderung nach §45 SGB XII
 
Wer muss den Antrag stellen?

Den Antrag auf Kindergeld müssen, auch bei einem volljährigen Kind mit Behinderung, immer die Eltern stellen. Ist das Kind Vollwaise, kann der Antrag von der betreuenden Person gestellt werden (z.B. Geschwister, Pflegeeltern).


Auszahlung des Kindergeldes

Das Kindergeld sollte an die Eltern ausgezahlt werden. Diese sind angehalten es zum Wohle des Kindes einzusetzen und nicht verpflichtet es an das Kind auszuzahlen.
Falls das Kindergeld auf das Konto des Kindes ausgezahlt wird, kann es als Einkommen gewertet werden. Dies kann bei Bezug von Grundsicherungsleistungen eine Kürzung der Sozialleistungen nach sich ziehen.


Abzweigung des Kindergeldes durch das Sozialamt

Wenn Eltern, aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation nicht in der Lage sind, ihrem Kind Unterhalt zu gewähren, bekommt das Kind vom Sozialamt eine Grundsicherung. Es kann zu einer Kürzung des Kindergeldes führen, wenn das Kind Leistungen vom Sozialamt bekommt. Das Sozialamt ist dann berechtigt, einen Antrag auf Abzweigung des Kindergeldes zu stellen. Das heißt, dass nicht die Eltern das Kindergeld erhalten, sondern das Sozialamt. Die Familienkasse entscheidet über den Antrag.
Wichtig: Wenn die Eltern Ausgaben in Höhe des Kindergeldes für das Kind nachweisen können (Belege sammeln!) wird ein Abzweigungsantrag wenig erfolgreich sein. Ursächlich für die Ausgaben muss die Behinderung des Kindes sein (Pflege- und Betreuungskosten).


Wohin kann ich mich bei Interesse oder Fragen wenden?    

Wenn man Kindergeld beantragen möchte, muss man einen Antrag bei der Familienkasse stellen. Dies ist auch online möglich (https://www.kindergeld.org/formulare.html)
Besucheradresse für die Familienkasse in Regensburg
Galgenbergstraße 24
93053 Regensburg
Bundesweite Telefonnummer: 0800/4555530 

 

Mehr Informationen zum Kindergeld für erwachsene Kinder mit Behinderung erhalten Sie auch auf der Homepage der Lebenshilfe.