Inklusive Kinder- und Jugendhilfe: Beauftragte von Bund und Ländern fordern Nachbesserungen
Die Beauftragten von Bund und Ländern für die Belange von Menschen mit Behinderungen haben gemeinsam ein Positionspapier zur geplanten Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht dabei auch die Frage, wie die inklusive Ausgestaltung der Kinder- und Jugendhilfe künftig umgesetzt werden kann.
Holger Kiesel, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, sieht die aktuellen Entwicklungen kritisch. Er warnt insbesondere davor, die inklusive Lösung aufgrund finanzieller und struktureller Herausforderungen infrage zu stellen.
„Leider läuft hier in der Politik auf allen Ebenen gerade einiges in die verkehrte Richtung! Eine Abkehr von der inklusiven Lösung ist – bei allem Verständnis für die schwierige Finanzlage und bei allen unbestrittenen Schwierigkeiten im Übergang der Zuständigkeiten – der falsche Weg!“
Kiesel spricht sich zugleich für pragmatische Lösungen und einen Abbau unnötiger Bürokratie aus. Einsparungen dürften jedoch nicht zulasten der Leistungen für Menschen mit Behinderungen gehen:
„Pragmatische Lösungen suchen und Sparen bei Bürokratie und Prozessen? JA, BITTE! Sparen an Leistungen für die Menschen mit unüberschaubaren Folgekosten für ALLE? NEIN, DANKE!“
Aus seiner Sicht besteht bei der geplanten Strukturreform dringender Nachbesserungsbedarf. Die Reform müsse sich daran messen lassen, ob sie tatsächlich zu Verbesserungen für Familien und junge Menschen führt und langfristig zu einer nachhaltigen Finanzierung beiträgt.
„Mit dieser ‚Strukturreform‘ erreichen wir keines der Ziele. Wir verbessern weder die Situation der Familien und jungen Menschen, noch sparen wir langfristig wirklich Geld. Das sollte nicht das Endergebnis so vieler Jahre Reformbemühungen sein!“, so Kiesel.
Die Inklusive Region Landshut unterstützt den Blick auf eine Kinder- und Jugendhilfe, die allen jungen Menschen unabhängig von einer Behinderung gleichberechtigte Teilhabe und passende Unterstützung ermöglicht. Entscheidend ist aus unserer Sicht, dass strukturelle und finanzielle Fragen nicht dazu führen, dass inklusive Leistungen zurückgenommen oder Zugänge zu Unterstützung erschwert werden.
Das gemeinsame Positionspapier der Beauftragten von Bund und Ländern sowie die Pressemitteilung des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, geben wichtige Impulse für die weitere Diskussion über die Zukunft der Kinder- und Jugendhilfe.
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